Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
wie Sie vermutlich mitbekommen haben, wollen wir versuchen, unser Bürgerhaus zu sanieren und umzubauen. Dieses große Vorhaben planen wir seit September 2025 intensiv und haben nun ein Konzept erstellt, welches wir, gemeinsam mit einem Zuschussantrag beim Land Rheinland-Pfalz eingereicht haben.
Vorab ein paar Informationen, die zur Einordnung unserer Überlegungen eine Rolle spielen:
- Unser Bürgerhaus wurde 1987 gebaut und weist neben den altersbedingt notwendigen Sanierungen auch starke Nässeschäden und Schäden am Dach auf, welche behoben werden müssen. Bei vorsichtigen Schätzungen seitens verschiedener Fachleute wurde uns eine notwendige Investition von mindestens 500.000 Euro prognostiziert.
- Das derzeitige Bürgerhaus ist aufgrund der räumlichen Enge nicht multifunktional und für z.B. Familienfeiern mit mehr als 30 Leuten schwierig nutzbar. (z.B. muss ein eventuelles Buffet im Flur vor den Toiletten aufgebaut werden, es gibt kein Stuhllager usw.)
- Energetisch und von der Ausstattung her (z.B. fehlende Behindertentoilette) ist unser Bürgerhaus nicht mehr zeitgemäß. In dem Zusammenhang ist auch der fehlende Schallschutz im „großen“ Sitzungssaal zu nennen.
- Guckheim ist 2026 im letzten Jahr noch Schwerpunktgemeinde des Landes Rheinland-Pfalz und damit privilegiert bei der Vergabe von Landesfördermitteln. Diese Fördermittel sind für Guckheim essenziell, um ein solches Projekt finanziell stemmen zu können.
- Bereits ab 2019 haben wir über die Jahre verschiedene Möglichkeiten geprüft, die unterschiedliche Standorte (insgesamt 7 verschiedene) mit Vor- und Nachteilen auflisten und diese auf Machbarkeit hin geprüft. Zum Schluss 2024/25 wurde die gemeinsame Nutzung der St. Johannes Kirche in Guckheim angestrebt. Außerdem haben wir mit verschiedenen Delegationen andere Bürgerhäuser besichtigt, um Ideen zu sammeln (Steinebach/Wied, Gemünden, Girkenroth, etc.). Alle Alternativen wurden aus unterschiedlichen Gründen verworfen.
Nachdem wir 2025 aus den Verhandlungen und Planungen mit der Kirche austreten mussten, haben wir im Gemeinderat besprochen, die Sanierung und Erweiterung des jetzigen Bürgerhauses zu prüfen und per Ratsbeschluss am 18.09.2025 die Planungsleistungen dazu an das Architektenbüro mit dem wirtschaftlichsten Angebot, die FOR Architekten PartGmbH aus Altenkirchen, vergeben
Ziel bei der beauftragten Planung war und ist es, die Bausubstanz zu sanieren und zu stärken, die Schäden zu beheben, die Dachkonstruktion zu verändern, eine bessere und multifunktionale Nutzung für alles Bürger und Vereine/Gruppierungen Guckheims möglich zu machen, sowie ein neues, modernes Dorfzentrum zu schaffen, für alle Generationen. Dabei wurden bekannte Probleme benannt: Schall- und Lärmschutz, Nutzung Jugendraum, fehlender Platz für z.B. Musikverein und NABU-Gruppe und noch einige Punkte mehr. Dieses alles muss in der Planung berücksichtigt werden.
Neben den Planungsrunden im Rat und im Bauausschuss, mit der Verbandsgemeinde und dem Architektenbüro, gab es zudem bereits einige Gespräche hinsichtlich des Lärmschutzes mit Anwohnern und gute Hinweise bzw. Anpassungen dazu, die in die derzeitige Planung einflossen.
Laut dem Vorabergebnis (kein Gutachten!) vom Ingenieurbüro Pies aus Boppard-Buchholz zum Lärmschutz, wird das Gebäude diesbezüglich nicht das Problem werden, sondern vor allem die Nutzung des Außenbereichs. Hier werden wir in erster Linie durch eine Nutzungssatzung eine Regelung finden müssen. Was baulich machbar ist, ist noch eine Hausaufgabe für uns. Wir haben bereits jetzt eine Lärmschutzwand, bzw. die Kosten dafür, eingeplant, über deren Wirkung aber noch zu sprechen sein wird. Das Vorabergebnis war für uns zunächst wichtig, um die Bauausstattung und damit die Kosten für einen Zuschussantrag beim Land zu ermitteln. Die Frist zur Einreichung eines Förderantrags läuft Mitte September ab.
Es ist geplant weitere Gespräche mit Anwohnern und Interessierten zu führen, um über etwaige Bedenken zu sprechen und in der Endplanung zu berücksichtigen.
Am Ende des Prozesses werden wir eine deutliche Verbesserung in all den Eingangs aufgelisteten Feldern erreicht haben.
Allerdings werden wir kein finanzielles Harakiri betreiben und, trotz lösungsorientierter Herangehensweise, keinen Bau „auf Teufel komm raus“ anstreben. Wir haben eine Verantwortung allen unseren Bürgern gegenüber, aber auch und vor allem, den unmittelbaren Anwohnern, welcher wir gerecht werden wollen.
Aufgrund der Tatsache, dass wir 2026 noch Schwerpunktgemeinde sind und der derzeitige Zustand unseres Bürgerhauses ein Handeln im Grunde unabdingbar macht, wäre es in unseren Augen fahrlässig, eine solche Verbesserung (wie geplant) nicht anzustreben.
Im Mai/Juni 2027 kennen wir die finanziellen Grundlagen und wollen dann eine endgültige Entscheidung über das Projekt treffen. Bis dahin werden wir intern und in Absprache mit den Fachbehörden, den Anwohnern und weiteren Fachleuten die Planung voranbringen. Wenn möglich bis zur Bauantragsreife.
Unterm Strich gibt es derzeit noch einige Unwägbarkeiten:
In erster Linie finanziell.
Da bei der Sanierung des Bürgerhauses auch die Verbandsgemeinde mit dem Feuerwehrhaus beteiligt ist, gibt es im Vorfeld und bei der Finanzierbarkeit einen weiteren Faktor, der in unsere Überlegungen einfließen muss.
Aber :
- Wir haben bisher die Gewissheit, als Schwerpunktgemeinde eine Chance auf Umsetzung zu bekommen.
- Wir haben im Plan eine Multifunktionalität hergestellt. Eine Nutzung von drei bis vier Gruppen gleichzeitig ist möglich.
- Wir haben dann Platz für Feiern bis 120 Gästen geschaffen und damit keine Konkurrenz zur hiesigen Gaststätte.
- Wir haben ein Zuhause für den Musikverein, die NABU Gruppe Guckheim, die Bücherei, die Frauengemeinschaft etc. eingeplant. Mit ausreichendem Lagerplatz für z.B. Musikinstrumente, Uniformen, Akten und vieles mehr.
- Wir haben, Dank der frühzeitigen Hinweise von Anwohnern, die kritischen Punkte bei der Lärmbelastung verdeutlicht bekommen und arbeiten an Lösungen.
- Wir sind zuversichtlich, dass wir das angestrebte Ziel erreichen können.
Soweit erstmal zur Information zum Projektstand. Es bleibt spannend.
Sollten Sie Fragen zu diesem haben, stehe ich gerne zur Verfügung. Sobald das „finale“ Konzept steht, informieren wir.
Herzliche Grüße, Benjamin Becker, Ortsbürgermeister












